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Die geographische Lage der Ukraine


Lange Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die politische Karte Europas ziemlich stabil. Während 1945-1990 entstanden fast hundert unabhängige Staaten in anderen Erdteilen, dagegen blieb ihre Zahl in Europa unverändert. Politische und wirtschaftliche Karten Europas waren durch den sogenannten “Eisernen Vorhang” in zwei große Teile aufgeteilt: Westeuropa, deren Staaten sich auf Grund der Demokratie und freier Marktwirtschaft entwickelten, und Mittel- und Osteuropa, wo ein sozialistisches Kommando-Verwaltungssystem unter dem Einfluss von UdSSR eingeführt wurde. Die Ukraine war ein Bestandteil der UdSSR (die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken), wohin sie als Unionsrepublik eingetreten war. Im Rahmen der UdSSR belegte die Ukraine:
- Platz 3, gemessen nach der Fläche in km2;
- Platz 2, gemessen an der Bevölkerungszahl;
- Platz 2, gemessen am Bruttosozialprodukt.
   Die Ukraine belegte stets einen Spitzenplatz in der Produktion industrieller und landwirtschaftlicher Güter unter allen 15 Unionsrepubliken. Auch im Vergleich zu anderer Staaten Europas nahm die Ukraine einen führenden Platz ein: z. B. bei der Produktion von Zuckerrüben und Zucker, Sonnenblumen, Sonnenblumenöl usw.

Ukraine auf der Weltkarte
Ukraine auf der Weltkarte


   Die Ukraine als Unionsrepublik hatte formale Merkmale der Staatlichkeit (die Verfassung, höchste Machtorgane) und war sogar Mitglied in den Vereinten Nationen (seit 1945 hatte die Ukraine keine eigene Rechtsstaatlichkeit mehr; und auch eine eigene Sozialpolitik gab es nicht mehr. Es erfolgte eine zentrale Verwaltung).
   Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre XX Jh. passieren in Europa große politisch-gesellschaftliche Änderungen: die Einstellung des “kalten Krieges” zwischen Ost und West, die Selbstauflösung der UdSSR: zentrifugale Tendenzen in UdSSR und ihr Zerfall am 24. August 1991; 1991 erklärt die Ukraine ihre Unabhängigkeit. Die Ukraine wurde der Entstehungszeit nach zum 176-sten unabhängigen Staat auf der modernen politischen Karte der Welt.
   Die Souveranität der Ukraine, d.h. ihre Machtfülle, die sich duch die Gesetzoberhoheit zeigt, gilt auf ihrem Hoheitsgebiet. Zu dem Hoheitsgebiet der Ukraine zählen: a) das Festland; b) Binnengewässer auf dem Festland (Flüsse, Seen, Stauseen, Kanäle) und in den Meerbecken (Meerbusen, Haffe, Buchten, die tief ins Festland gehen und deren Küsten der Ukraine gehören); d) Hoheitsgewässer (Wasserstreifen in dem Schwarzen und dem Asowschen Meeren der Küstelinie entlang bis 12 Seemeilen breit (oder 22,2 km), sowie in der Strasse von Kertsch ungefähr bis ihrer Mitte); e) das Innere des Festlandes und des Grundes unter den Binnengewässern und den Hoheitsgewässern; f) der Luftraum über dem Festland, den Binnengewässern und den Hoheitsgewässern; g) sogenannte Vorbehaltsterritorien (Seeschiffe und Flugzeuge unter der ukrainischen Flagge, die im Ausland verbleiben und sich an die internationale Rechtsnormen und Gesetzgebung jener Staaten, wo sie verbleiben, halten sowie Botschaft der Ukraine in anderen Staaten).
   Der Fläche, der Bevölkerung und den Bodenschätzen nach gehört die Ukraine zu den großten Staaten in Europa und mittleren in der Welt. Mit ihrer Fläche von 603 700 km2 ist sie:
- nach Rußland der 2. größte Staat in Europa;
- die ¹44 in der Welt;
- 1,5 mal so groß wie Deutschland;
- 2,0 mal so groß wie Italien;
- 2,5 mal so groß wie Großbritanien.
   Nach der Bevölkerungszahl von 48,4 Millionen Einwohner ist die Ukraine:
- die ¹6 in Europa (nach Rußland, Deutschland, Großbritanien, Frankreich und Italien);
- die ¹24 in der Welt.
   Die wirtschaftliche Situation der Ukraine ist zur Zeit ziemlich kompliziert. Als postsozialistisches Land befindet sie sich im Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft. Die Schwierigkeiten dieser Übergangsperiode wurden durch die tiefe und dauernde wirtschaftliche Krise verstärkt, infolgedessen ließ die Outputmenge nach und die Bevölkerungseinnahmen nahmen ab. Jedoch zählte die Ukraine in den 90-er Jahren immer noch zu den führenden Länder Europas nach der Gewinnung von Steinkohle, Eisenerz, Manganerz, Quecksilber, gediegener Schwefel, nach der Erzeugung von Elektrizität, Gusseisen, Stahl, Getreidekulturen, nach der Herstellung von Sonnenblumenöl, Zucker, Kartoffeln, Milch u.a. (Nach der Herstellung von vielen obengenannten Erzeugnisarten gehört die Ukraine zu den ersten funf Ländern in der Welt). Jedoch gehören diese Wirtschaftszweigen zu denen, die auf nicht nachwachsenden Rohstoffen basieren.
   Die große Zahl solcher Zweigen in der Nationalwirtschaft zeugt von einer einseitigen Struktur. Das ist die Folge der Entwicklung der Wirtschaft der Ukraine als Bestandteil der Wirtschaft der ehemaliger UdSSR. Es ist auch eine niedrige Produktionseffektivität und eine technologische Rückständigkeit erhalten geblieben. Die Wirtschaftsreform auf Grundlage der Marktwirtschaft ist ein komplizierter und langaltender Prozess, von dessen Resultaten die Lage unseres Landes in der Weltwirtschaft abhängen wird.

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Sophienkathedrale, Stadt Kiew (Kyjiw)

   Die allgemeinen Kennziffern der Wirtschaftsentwicklung der Ukraine sind mittlerweile ziemlich bescheiden. Nach dem Bruttoinlandsprodukt (BIP - Geldwert aller Sachgüter und Dienstleistungen, die im Inland während eines Jahres erzeugt werden) belegte die Ukraine in der zweiten Hälfte der 90-er Jahren nur 20-sten Platz in Europa und den 47-sten in der Welt. Der Umfang ihrer Bruttoproduktion war gleich dem BIP von Tschechien und Ungarn, d.h. den Staaten, die der Ukraine an der Fläche, den Bodenschätzen und der Bevölkerungszahl nachstehen. Und nach dem Durchschnittseinkommen per capita (d.h. Bruttoproduktion pro Kopf während eines Jahres) war die Ukraine hinter der ersten 100 der Länder in der Welt.
   Ähnlich ist die Situation bei der Kennziffer, die UNO jährlich veröffentlicht. Bei dieser Kennziffer geht es um: durchschnittliches Einkommen pro Kopf, durchnittliche Lebensdauer und die Alphabetisierung der Bevölkerung in den Staaten. Die Ukraine belegt nach diesen Kennziffern den 80-sten Platz unter den Ländern der Welt (2000).
   Auf solche Weise zählt unser Land zu den Staaten mit den sozialökonomischen Kennziffern, die zum Teil niedriger als im Weltdurchschnitt sind.
   Die Ukraine hat eine ziemlich günstige geographische Lage. Sie ist gleichzeitig das Land der Mittel- und Osteuropa, sie hat sieben unmittelbare Nachbarstaaten, einen breiten Zugang zu zwei Meeren.
   Die gesamte Länge der Landsgrenzen der Ukraine beträgt uber 5,6 Tausend km, darunter an Russland – 1955 km, an Weißrußland - 1084 km, an Polen - 542 km, an Slowakei - 98 km, an Ungarn - 135 km, Rumänien - 608 km, Moldawien - 1202 km.

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Die Karpatenukraine

   Die Beziehungen des ukrainischen Volkes mit seinen nahen und fernen Nachbarn haben schwere historische Prüfungen hinter sich. Mehrfach wurde das Territorium der Ukraine zu einem Objekt ihrer Aggression und der Kolonialisierung. Die Grenzen des ukrainischen Staates im XX Jh. wurden auf solche Weise gebildet, dass ziemlich große von den Ukrainern besiedelten Territorien in allen seinen Nachbarstaaten, außer Ungarn, geblieben sind, während nur unbedeutende Territorien mancher Nachbarstaaten in die Ukraine aufgenommen wurden. Indem sich die Ukraine von den international anerkannten Unverletzlichkeitsprinzipien der modernen Grenzen leiten lässt, erhebt sie keine territorialen Ansprüche an andere Staaten und akzeptiert auch keine von ihnen.
   Die gesamte Grenzenlänge der Ukraine, ihre Zugänglichkeit im Sinne der physikalisch-geographischen Bedingungen, gutnachbarliche durch spezielle Verträge geregelte Beziehungen zu den Staaten schaffen Voraussetzungen für die Entwicklung der vielseitigen ökonomischen und politischen Beziehungen. Jedoch haben alle Nachbarstaaten der Ukraine sowie sie selbst zur Zeit niedrige sozialokonomischen Kennziffern. Sie sind postsozialistische Länder und befinden sich im Veränderungsprozess.
   Von großer Bedeutung ist für die Ukraine ihre Nachbarschaft mit Russland, Weißrussland und Moldawien - die Länder der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), die nach dem Zerfall der UdSSR geschaffen wurde. Diese Situation wurde in bedeutendem Maß von historischen Faktoren beeinflusst: gemeinsame politische und ökonomische Entwicklung in der Vergangenheit, im Bestand von Einheitsstaaten, dem Vorhandensein historischer ukrainischer Länder in den Nachbarstaaten, der Aufenthalt einer großen Zahl von Ukrainern in diesen Ländern sowie das Vorhandensein großer russischer und moldawischer Minderheiten in der Ukraine usw.
   Mit diesen Staaten hat die Ukraine die längsten Grenzen - 3/4 ihrer gesamten Länge. Jedoch sind diese Grenzen am wenigsten ausgestattet: es gibt Probleme ihrer Demarkation (Festlegung auf dem Gelände mit speziellen Zeichen, die deutlich machen, zu welchem Staat ein Gebiet gehört), und im Fall mit Rußland - auch ihre Delimitation (Abstimmung und Auftragen auf die Landkarten). Deshalb sind die Grenzen an die ehemaligen Länder der UdSSR besonders für Schmuggel und das Eindringen illegaler Zuwanderer anfällig. Außerdem besteht in Ostmoldawien ein potentieller Herd politischer und militärischer Spannung, die mit der Erklärung der Transnistrischen moldawischen Republik - ein Staatswesen, das von keinem Staat der Welt anerkannt wird - verbunden ist. Die Ukraine hat mit dieser selbstausgerufenen Republik ein paar Hunderten Kilometer gemeinsame Grenze.
   Die Nachbarschaft mit Rußland ist fur die Ukraine von besonderer Bedeutung in Anbetracht dessen, dass Rußland in den ehemaligen Einheitsstaaten eine dominierende Stellung einnahm, und die Ukraine eine untergeordnete. Und zur Zeit ist Rußland der größte Nachbarstaat der Ukraine, gemessen nach den Naturschätzen- und Wirtschaftspotenzialen und nach dem politischen Einfluss auf die Ukraine. Die gegenwärtigen Beziehungen sollten sich auf Grund einer gegenseitigen, vorteilhaften Partnerschaft entwickeln. Jedoch bezweifeln einige politische Kräfte in Rußland die Zugehörigkeit der Krim und der Stadt Sewastopol zu der Ukraine, die wesentliche Bestandteile des staatlichen Territoriums der Ukraine sind. In Sewastopol ist die Schwarzmeerflotte Russlands aufgrund langfristiger Pachtverträge stationiert.
   Die unmittelbaren Nachbarstaaten der Ukraine zählen zu ihren wichtigsten Handelspartnern. Vor allem betrifft das Rußland, das ein bedeutender Lieferant fur Brennstoffe (Erdöl, Erdgas), Rohstoffe ist. Außerdem ist Rußland ein großer Investor für die Ukraine sowie ein Absatzmarkt für ukrainische Industrie- und Landwirtschaftsprodukte. Zudem arbeiten viele Ukrainer in Rußland.
   Ein durchaus wichtiges Merkmal der geographischen Lage der Ukraine ist der breite Ausgang im Süden zum Schwarzen und Asowschen Meer. Die Küstenlinie übersteigt 2.800 km und ist durch die Meerbusen, Haffs und Buchten, die für den Bau eines Hafens geeignet sind, ziemlich zergliedert. Das alles fördert die Entwicklung der Seeschifffahrt im Schwarzen Meer. Die Ukraine hat Zugang zu den Ländern der Balkanhalbinsel, der Türkei und Georgien, und weiter zu den großen Regionen des Nahen Ostens und dem Kaspischen Meer, die aussichtsreich für Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit sind, und vor allem für die Lieferung von Erdöl und Erdgas. Die Küstenlage der Ukraine gewährleistet den Zugang zu den wichtigsten Zentren der Weltwirtschaft (Westeuropa, Nordamerika, Asiatisch-Pazifische Region) und den Entwicklungsländern.
   In den Meerbecken besitzt die Ukraine eine bedeutende Wirtschaftszone, die Seeregion, die außerhalb der Hoheitsgewässer liegt und an sie angrenzt. Sie ist für die Schifffahrt verschiedener Länder geöffnet, jedoch gehören Erkundung, Ausbeutung und Erhaltung der Natur- und Bodenschätze, die es in der Wirtschaftszone gibt (im Wasser, auf dem Meeresgrund, im Inneren des Festlandsockels), sowie die Leitung dieser Ressourcen ausschließlich zum Recht der Ukraine.

   Die Ukraine hat eine günstige transportgeographische Lage, die durch ihre zentrale Lage in Europa an der Kreuzung der Wege von Osteuropa und Asien nach Mittel- und Westeuropa, sowie von Skandinavien und den Baltischen Ländern in die Ostmittelmeerländer und die Schwarzmeerregion gekennzeichnet ist. Das förderte die frühere „Spezialisierung“ der Ukraine als Verbindungsglied zwischen den Völkern und Zivilisationen der Alten Welt. Schon seit alter Zeit überqueren Migarations- und Handelswege das Territorium der Ukraine: „von den Warägern bis zu den Griechen“, und vom Osten nach Westen (ein Zweig der Seidenstraße sowie Steppenwege der Nomaden). Heutzutage gibt es zahlreiche internationale Verkehrswege – Eisenbahnen, Autobahnen, Erdöl- und Erdgaspipelines, Luftwege, Flüsse und Kanäle, Stromleitungen und Fernmeldeleitungen. Durch diese günstige Lage erhält die Ukraine Einkommen fur den Warendurchfuhr und für die Personenbeförderung.
   Neue Aussichten für die Ausnutzung der günstigen geopolitischen und transportgeographischen Lage der Ukraine werden im Zusammenhang mit der Bildung der europäischen und eurasischen Transportkorridore erscheinen. Sie sollen die Lander in Westeuropa mit den Ländern in Osteuropa, sowie die Länder der Transkaukasien, Mittelasien und des Nahen Ostens mit Europa verbinden.



Die Bevölkerung der Ukraine

Das Klima in der Ukraine


Die Tierwelt der Ukraine


Switjas-see


Asowsches Meer


Schwarzes Meer


Natürliche Ressourcen der Ukraine


Kyjiw, Hauptstadt der Ukraine

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